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Thema: metallisches Klackern im Motor - Ursache gesucht |
So ... bei mir gibts mal wieder Neues (oder auch nicht)
Ventildeckel hab ich heute abgenommen und es gibt rein gar nichts ungewöhnliches zu sehen.
Die Einlassventile sehen gut aus. Die Auslassventile haben ne leichte Kruste (rehbraun bis grauschwarz), allerdings mit ein paar kleinen weißen Punkten, die wie Minieinschläge aussehen.
Der Anlasserfreilauf (Das Zahnrad, was man nicht durch den kleinen seitlichen Deckel entfernen kann) hat 1,5mm Axialspiel, aber das wars auch schon an Erkenntnissen.
Ich werd noch bekloppt hier. :(
Wenn ich jetzt aber schon mal alles ab habe, wo finde ich denn normalerweise die Kennzeichnung der Nockenwelle? Hab da nirgends was finden können. Angeblich soll ne Stufe 1 von Lischo drin sein.
Gruß
Sebastian
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Die Stempelung erfolgt überwiegend an der Kopfseite wo auch das Zahnrad der Steuerkette ist.
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Öl scheint wohl irgendwann mal ein Problem gewesen zu sein. :(
So präsentierten sich Kolben und Laufbuchse:
Fraßspuren an allen 4 senkrechten Kanten im Kolbenhemd




Die Laufbuchse hat entsprechend auch Spuren und an 3 Stellen (alle am UT) deutlich spürbare Kratzer






Die große Preisfrage ist nun ...
Können diese Schäden die gesuchte Ursache für das beschriebene Geräusch sein?
Oder hab ich nur zusätzliche Schäden gefunden und muss weitersuchen?
Bin mal auf eure Meinungen gespannt.
Grüße Sebastian
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das der Kolben klappert ist hier warscheinlich. Bei dem Schaden müsste der Ölverbrauch meßbar sein. Ich finde die Bilder könnten größer sein.
Adu
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Sorry ... ich weiß für langsamere Anschlüsse ist es etwas schwierig, aber ich wollte ja das ihr was erkennen könnt.
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Ja, der ist hin.
Öl rauslassen und Ölfilter raus. Mach den dann auf und entfalte das Papier (auf der Suche nach Spänen). Aus Neugier.
Ich habe so einen Motor mal gekauft. Beide Seitendeckel ab und unten waren ein paar Späne im Gehäuse. Alles mehrmals ausgespült, anschließend mit neuem Kolben/Zylinder aufgebaut. Läuft einwandfrei.
Grüße
Ronald
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Wo liegen die Klemmspuren?
Ich hatte letztes Jahr einen ähnlichen Defekt, welcher sich wohl als kleines Überhitzungsproblem in Verbindung mit zu dünnem Öl herausstellte (10W40 teilsynthetisch). Geklemmt hatte der Motor nur einlassseitig, was auf oben genanntes Problem schließen lässt.
Der Motor hatte bis zum Ausbau immer noch die volle Leistung, klackerte und qualmte aber ein wenig.
   

Seitdem gabs eine Optimierung und es kommt nur noch mineralisches 15W40 oder 20W50 rein, BASTA!
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Wie geschrieben liegen die Spuren an allen 4 senkrechten Kanten des Kolbenhemdes. Die 4 Bilder zum Kolben zeigen 4 verschiedene Schadstellen. Im Zylinder also ca. alle 90° eine Spur.
Und die tieferen Kratzer liegen im Bereich des UT in 3 von den 4 Spuren.
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Ah, okay!
Eine Bitte aber noch, wenn ihr die Bilder schon irgendwo hochladet, dann doch bitte mit einer Miniatur als Verlinkung. Ich habe ausnahmsweise nicht den 43 Zoll Bildschirm angeschlossen...
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Mit zu heiss ist man schnell bei der Sache.
Bei Sebastian ist es ziemlich klar, denn der Kolben zeigt die wirklich klassischen Spuren, d.h. die Fresspuren sind dort wo die Innenstege des Kolbens sind, also da wo sich der Kolben am meisten ausdehnt. Da ein Serienkolben, muss 1) die Toleranz i.O gewesen sein 2) ein Gusskolben dehnt sich kaum aus, anders als ein Schmiedekolben, der mehr Laufspiel braucht. Wieso er soviel zu heiss wurde, ist eine andere Frage. Wenn die Ausslassventilteller weiss sind und/oder mit keramikartigen Belaegen die man nur runtermeiseln kann, ist der Motor wirklich zu mager gelaufen.
Beim 4-Takter ist aber meist eher zu fett.
Der Kolben wird vor allem vom Plansch-Oel von unten gekuehlt und dieses Oel ist auch lebensnotwendig fuer das Zylinder. Bei den Bildern von Carlo tipp ich sofort auf ueberfett, sodass das Zylinder permanent "sauber" gewaschen wurde. Dadurch erhoert sich der Ringverschleiss dramatisch und die Blowby Gase, also verdichtetes Gemisch und nicht nur Auspuffgase, gelangen nach unten, dabei die Wand abspuelend. Auch dadurch wird das Oel selbst verduennt, was auch nicht fuer die Schmierung foerderlich ist. Und die Waerme wird kaum noch ueber die beiden Kompressionsringe and die Wand abgefuehrt.
Die Reibung erhoert, die Blowby Auspuffgase heizen den Kolben auch seitlich auf, wohin sie normalerweise nie gelangen. Im Normalfall wird der Kolbenboden von der frischen Charge gekuehlt, der Kolben selbst fuehrt wie gesagt ein Grossteil der Waerme ueber die Ringe ab. Dann das Oel von unten. Bei Turbomotoren gibt es Oelspritzduesen die den Kolbenboden von unten regelrecht vollspritzen. Das sind aber Motoren mi Literleistungen von 200ps und mehr, nicht schlappe 75 wie bei uns.
Am ehesten kommt eine durchgeblasene Kopfdichtung in Frage. Dadurch hat das Kuehlsystem zuwenig bis gar keinen Druck mehr und die Siedetemperatur faellt, wobei eine wirklich Kuehlung nicht mehr stattfindet.
Ist ist klar, dass das Wasser im Oel auch nicht besonders gut schmiert und auch das kann so einen Klemmer toute suite verursachen.
Zu Sebastian, das Klopfen kann durchaus der Kolben sein. Du wirst aber jetzt schnell Klarheit verschaffen koennen, denn der Motor muss sowieso komplett zerlegt werden, wenn Du das nicht schon gemacht hast. Zylinder hast Du ja ab. Jetzt laesst sich leicht pruefen, ob eines der Pleuellager (oder beide) kaputt ist. Das Zylinder selbst kannst DU zum Schleifer Deines Vertrauens bringen, zusammen mit einem OEM Uebermasskolben - oder eben einem 101mm Schmiedekolben. Wenn unten nichts weiter ist, brauchst Du nur noch die Kopfdichtung und das Ding laeuft schon wieder.
BTW, dies hier ist ein weiterer Grund, wieso man schon immer Oel zum Sprit bei Rennmotoren beigemischt hat. Und beim heutigem Sprit es erst recht tun sollte. Die Zylinderwand wird vom Gemisch (nicht mehr als 1:100) nicht mehr in dem Mass abgewaschen. Das Mit den Enlassfuehrungen sowie die Vergaserteile habe ich schon oft erklaert.
Glaub auch nicht, dass es bei einer Einspritzung soviel anders waer, zumindest bei einer wirklich geregelten, was die der XT660R nicht ist.
Spinnt z.B. der Luftmengenmesser, kann das Gemisch so fett werden, dass sogar die Kurbelwellenlager (Gleitlager) in nullkommanichts im Arsch sind wiel da wirklich nur noch Benzin-Oelgemisch in der Oelwanne drin ist.
Gerade dies war aber bei J-Tronik und aehnliche Anlagen sehr oft vorgekommen.
Kann beim Vergaser nicht passieren.
b
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Danke Bill,
dann hab ich jetzt die Erklärung dafür. Meine Auslassventile sehen genau aus wie du es beschrieben hast. Helbraun und der Belag geht nicht so wirklich ab. Der Belag auf Kolben und Einlassventilen ist dagegen eher feucht schwarz. Aber das liegt ja evtl. an dem eher fetten Testlauf letztens.
Pleuellager habe ich schon geprüft, da ist alles soweit ok. Sollte ich trotzdem alles noch zerlegen wegen z.B. der Sauberkeitsgeschichte, die Roland schrieb?
Grüße
Sebastian
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Entschuldigung ich mein natürlich Ronald. Mit den Namen Roland und Ronald hab ich immer ein besonderes Problem ....
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das haengt davon ab, wie der Oelfilter innen aussieht.
Bau auch die Oelpumpe ab und zerlege sie, um nach Spuren und ggf. Spaene nach zusehen.
b
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Namen nehme ich aus Gewohnheit beide für voll. Hab PN beantwortet.
Grüße
Ronald
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@Bill: Die Bedüsung war vielleicht etwas zu fett, ging aber. Es wird die Hitze gewesen sein, denn vorher hatte ich nie Probleme und auch das Öl stank nicht nach Sprit oder dergleichen. Dafür waren es an dem Tag über 30°C im Schatten und ich kam von einer kleinen Autobahnstrecke nach Hause.
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