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Thema: Einbauarkierung Kolbenringe


Hi Leute,

schraube gerade meinen Motor zusammen und hatte die Kolbenringe und Ölabstreifring abgezogen.
Las leider nicht den Passus in der Repanleitung, dass die Seite die nach oben zeigen soll gekennzeichnet ist.
Welche Bedeutung hat die so festgelegte Einbaurichtung? Welche Auswirkung soll das haben?
Auf meinen kann ich dummerweide keine Markierungen erkennen.
Eventuell hat jemand einen neuen Satz zum loswerden?!
Sinnvolle Infos wären schön.
Danke schon mal.
Mike



hmmmmm, wenn keine Ahnung besser Gelbe Seiten. Aber im ernst, die Ringe sind im Profil gesehen nicht rechteckig sondern die äußere Kante ist leicht schräg. Die Oberseite der Ringe sollte mit "Top" oder "UP" markiert sein. Diese "spitze" Seite sollte nach oben zeigen damit der Kompresionsdruck nicht dran vorbeigeleitet wird. Also dumm wenn man den falschrum einbaut!
Bei Ölabstreifer hängt die Einbaulage mit der Federkraft des Zwischenrings zusammen. Du hast keine andere Chance als die Ringe wieder runter zu nehmen um zu checken ob alles richtig ist.
Ach ja, noch etwas, diese "spitze" Kante des Komp.-Rings ist auch gleichzeitig als Verschleißmarkierung zu sehen. Wenn der Ring einen rechteckigen Querschnitt hat, ist der verschlissen.



Danke
werde ich prüfen.
(die PN hat sich mit Deiner Antwort überschnitten)

MfG
Mike



Also, mal genau hinschauen, wo welcher Ring hinkommt
Kolbenringe
wie die Einbaulage ist und wo die Ringspalte stehen
Einbau 1
Einbau 2




Danke Jürgen erst mal für die Scans!

Die Beschreibung ist wesentlich detaillierter als in
meinen Handbuch, so kann ich noch den Verschleißzustand messen.
Offen bleibt nur ob auf allen Ringen ein Kennzeichen
ist oder nur, wie bei mir, auf einem und zwar den mit
der scharfen Außenkannte.
Vielleicht hat jemand von Euch einen Reservekolben
mit Ringen liegen um mir noch mit dieser einen
letzten Info zu diesem Thema zu helfen.
Danke und bis dahin
Mike




Kennzeichnung nur auf dem zweiten Ring macht Sinn.
Ist für den ersten ja eigentlich egal, wie herum der eingebaut wird - allerdings nur für einen neuen Ring (und dann im neuen/ gehohnten Zylinder).
Im (ein)gelaufenen Motor sollte es schon wieder so wie's war eingebaut werden, also z.B. in richtiger Lage und Spaltrichtung auf die Werkbank ablegen ... und dann noch wissen wie's gemeint war.
Hilft Dir aber jetzt auch nicht weiter. Reservekolben habe ich nicht, alle Motoren sind "zu".
Bill?



Zwar habe ich einige OEM Kolben mit Ringen, aber nicht zur Hand. Da muesste ich ins naechste Dorf in die Werkstatt fahren...
Es ist aber wie Juergen sagt.

b



Ringe sind entweder markiert oder es ist egal.
Immer sollgte man sie so hinlegen, wie man sie abgenommen hat.
Ballige Ringe, original bei diesem Motor, sind normal als Kompressionsring. Der 2te hat oft die schaerfe Kante nach unten.
Bei Grauguss, schleifen sich Ring und Oberflaeche beim Einfahren gegenseitig ab bzw ein. Der Vorteil des scharfkantigen Rings ist, dass der sich schnell an der scharfen Kante abtraegt aber auch die scharfe Kante die Bohrung abtraegt und dabei auch den anfaenglich etwas zu hohen Ringdruck minimiert. Bei Grauguss.

Die Orientierung des Stosses ist nicht wirklich wichtig aus einem ganz einfachen Grund: die Ringe sollen sich in der Nut drehen, also wandern. Es leuchtet ein, dass man keinen Einfluss darueber hat und sie waehrend des Betriebs nicht dort bleiben, wohin man sie gesetzt hat. Dennoch schreiben die Hersteller eine Orientierung vor, bzw eine Anordnung die die Stoesse versetzt aueinander haelt. Tut ja nicht weh.

dagen ist ds Stossmass sehr wichtig und muss in jedem Zylinder fuer jeden Ring kontrolliert und notfalls reguliert werden. Natuerlich nicht bei Mikes gebrauchtem Paket.

Die angeschnittene Frage des Gasdruckes hat im 4-taktmotor nicht wirklich viel mit der Form zu tun. Das kurze Stueck oberhalb vom ersten Ring, Feuersteg genannt, ist im Ø kleiner als der Kolben und und meist so gebildet, dass der Gasdruck am Ring vorbei in die Nut gepresst und so den Ring um vieles hoeher anpresst als die Federkraft des Ringes selbst.
Nebenbei, das ist auch der Grund fuer den bei Hochleistungs 2-taktern verbreitete L-Ring, der selbst fast ohne Federkraft auskommt - aber das ist eine ganz andere Welt...

Bei Nikalsil und vor allem bei Alubuchsen und Zylinder aus hyper-eutektischer Legierung liegt der Fall anders. Bei Grauguss, schleifen sich Ring und Oberflaeche beim Einfahren gegenseitig ab bzw ein. Das ist das wichtigste an Einfahren, heute eigentlich das einzige. Bei diesen Aluteilen wird aber nur der Ring abgetragen, bzw sollte sowenig wie moeglich abgetragen werden. Ringe und Druck aber auch Toleranzen sind hier ganz anders als bei unserem Fossil.

Hier ist einiges sehr gut und ausfuehrlich erklaert:
http://www.sunnen.com/newsdetails.aspx?newsid=11
http://www.aera.org/ep/downloads/ep4/EP10-2008_18.pdf
http://www.wiseco.com/PDFs/Manuals/RingEndGap.pdf
http://data.sohc4.net/Performance/Wiseco+Piston+Rings+Installation+Sheet.PDF

lohnt sich die Muehe.



Die Orientierung des Stosses ist nicht wirklich wichtig aus einem ganz einfachen Grund: die Ringe sollen sich in der Nut drehen, also wandern. Es leuchtet ein, dass man keinen Einfluss darueber hat und sie waehrend des Betriebs nicht dort bleiben, wohin man sie gesetzt hat. Dennoch schreiben die Hersteller eine Orientierung vor, bzw eine Anordnung die die Stoesse versetzt aueinander haelt.

Nun, in meiner Zweitaktzeit habe ich durch Lehrgeld die Erkenntnis gewinnen müssen, dass eingelaufene Ringe und Zylinder nicht mehr exakt rund, sondern leicht oval werden bzw. sind.
Warum sollte das am Viertakter anders sein? Und wenn es so wäre, würde das bedeuten, dass sich die Ringe, je mehr der Motor eingefahren wird, sich nicht mehr frei drehen können. Und dann wäre es nicht nur logisch, sondern zwingend, bei einer Revision mit Weiterverwendung die Ringe exakt wieder in der vorigen Orientierung einzubauen.

Allerdings, am Zweitakter können sich die Ringe ja gar nicht erst drehen, das verhindert der Quersteg in der Ringnut des Kolbens, den es ja bei unserem Kolben gar nicht gibt.



Eben weil die Ringe in den Nuten wandern. Bei 2-Taktern ist das nicht der Fall. Die Ringe sind dort mit einen Stift am Wandern gehindert, damit der Stoss nicht in ein Schlitz wandert.

Andrerseits fahren Maico RA125 Fahrer gerne KTM Kolben weil sie gut verfuegbar sind und billig und passen - bis auf die Tatsache, dass der Stoss des L-Rings mitten im Auslasskanal sitzt bei der Maico. Laeuft trotzdem.




Hallo Leute,

vielen herzlichen Dank für Eure Ratschläge, Tips und Bilder.
Sie haben mir sehr weitergeholfen.
Die Ringe sind wieder richtig herum drinn, die Spalten
habe ich ungefähr wie auf der Kopie eingerichtet und alles zusammen geschoben.
Ich habe keinen neuen Zylinder und Kolben verbaut, das Hebe ich
mir für eine irgendwann-Vollsanierung auf.
Laut MZ-Werkstatt meines Vertrauens ist dies auch nicht notwendig.
Es ist alles zusammen, nichts ist übrig geblieben,
einige km bin ich auch schon gefahren und neuen TÜV gabs auch noch oben drauf.
Apropo TÜV, welch Mindestmaß hat die hintere Scheibe der Bremse?
Denn dieser Verschleiß wurde bemängelt.
Also, Danke noch einmal!
Man liest voneinander
Grüße aus Jena
Mike

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