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Thema: Vorderradbremse


Hallo MuZ-Gemeinde
Seit kurzem tritt an meiner (orginalgetreuen) 98'iger Traveller vollgendes Problem auf. Bei hochsommerlichen Temperaturen löst die Vorderradbremse nicht mehr richtig. Kennt jemand von euch das Problem? Ich vermute, das bei starker Sonnenneistrahlung der Hauptbremszylinder die Ursache ist. Das Problem tritt bei Nachtfahrten und kaltem Wetter nicht auf. Deshalb schließe ich Fehler am Bremssattel, der ja immer extremer Erwärmung ausgesetzt ist vorläufig aus. Bremsflüßigkeit habe ich gewechselt und Bremssystem komplett mit neuer Dot 4 mehrfach gespühlt. Wenn da jemand Erfahrungen hat wäre ich vor einem kompletten Bremssystemaustausch dankbar.
Schönen Sonntag noch Mike



Hallo,
ich hab ein ähnliches, allerdings temperaturunabhängiges Problem an der Hinerradbremse. Da ging der eine Bremskolben eh schon seit längerem schwer wieder zurück. Nun hat sich das soweit verschärft, daß sich der Kolben im Geberzylinder nicht mehr selbstständig zurückbewegt, nachdem man den Fußbremshebel loslässt.
Ich hab den Geberzylinder daraufhin oben aufgeschraubt und mit einer Stange den Kolben zurückgeschoben. Das ging relativ schwer, gibt es da wohl Grenzwerte (in Newton)?

Außerdem hab ich noch nicht so ganz durchschaut, wodurch nach dem Bremsen normalerweise die Bremskolben wieder soweit zurückgezogen werden, dass sich das Rad drehen kann. Ist da irgendwo eine Feder oder sowas eingebaut, oder erfolgt das Rückstellen nur aufgrund des Druckes der Beläge auf der Bremsscheibe? Kann ja aber eigentlich nicht sein, bei ausgebauter Bremszange ziehen sich ja die Kolben auch wieder etwas zurück....

Kann Mike und mir da jemand weiterhelfen?



Hallo Mike,
Hast du eventuell einfach zu viel Bremsflüssigkeit drin (zu wenig Luftpolster im Hauptbremszylinder). Der Hauptbremszylinder ist gängig ?
Hallo Ulf,
die Bremsgeläge werden durch die leichte Ungleichmäßigkeit im Rundlauf der Scheibe zurückgedrückt. Wenn du bei ausgebauter Zange die Bremse drückst & löst erfolgt das Zurückziehen der Beläge durch den Unterdruck im System, der durchs Zurückgehen des Geberkolbens erzeugt wird, jedenfalls so lange bis die Bohrung zum Ausgleichsbehälter freigegeben wird. Zusätzlich ist der Fußbremshebel ja noch federbelastet.
SuperMono-Gruß
Kosta



Ach so,

ich hab übrigend noch nen originalen Hauptbremszylinder im Keller liegen der so etwa ziemlich genau 13172 km alt ist.
Von 'ner 94er Sport.

SuprMono-Gruß
Kosta



Hallo Kosta,
aber warum oder wodurch geht denn der Kolben im Geberzylinder wieder zurück???



Hei Kosta

Der Bremsflüßigkeitsstand ist ok. Ulfs Problem könnte könnte auch meins sein. Bei seiner Hinterradbremse (sorri Ulf, das ich in der dritten Person schreibe) scheinen durch Korrosion und Schmutzteilchen die Kolben langsam anzugammeln. Eventuell durch undichte Manschetten. Könnte ja bei meinen Hauptbremszylinder der Vorderbremse auch sein. Da das Problem nur bei starker Sonneneinstrahlung entsteht, könnte der Kolben durch Wärmedehnung die Klemmwirkung hervorrufen. Nichts für ungut, bevor ich oder meine Frau sich den Kopf einfährt, tausche ich lieber das Ding aus. Zu Ulfs Frage warum der Hauptbremszylinder wieder zurückgeht ist, Energie geht immer den Weg des geringsten Wiederstandes. Unten geht nichts mehr, wenn die Kolben die Beläge an die Scheibe pressen. Also bleibt der Energie nur der Weg durch die Bremsleitung zurück zum Kolben des Hauptbremszylinders. Diese Energie, die du also beim Bremsen mit Hand oder Fuß aufbaust, ist die gleiche, die den Kolben wieder zurückschiebt. Hinzu kommt noch ein wenig Verschleiß der Beläge, ein wenig Unterdruck am obersten Ende des Bremssystems beim betätigen der Bremse, die Sache die Kosta schon sagte mit den Unebenheiten der Bremsscheibe sowie Kompresion der Bremsflüßigkeit und Dehnung der Bremsschläuche. Wenn alle diese Komponenten beim lösen der Bremse ihre Wirkung zeigen, sollte sich das Rad frei drehen. Und nicht wie bei meinen Mopped noch ne weile nachbremsen.
Alle Güße Mike.



Hi,
der Kolben im Sattel geht auch durch die geometrische Form (Trapez)der Dichtringe, welche ihn gegen die Zylinderwandung abdichten, zurück.
Wenn man die Bremse ohne Scheibe betätigt (nicht zu oft nacheinander!;-), kann man sehen, wie sich die Kolben zurückbewegen. Mit Unterdruck hat das meines Erachtens nix zu tun, da sich das Öl ja nicht komprimieren läßt.

Das Problem der festgehenden Bremse führe ich auf die Fertigungstoleranzen der GRIMECA-Bauteile zurück. Grimeca baut einfach Brembo nach- und das wie sich mehrmals gezeigt hat nicht besonders gut. Wenn Du z.B.fünf verschiedene, gleichalte Baggis fährst (bremst), haben die alle eine ziemlich unterschiedliche Bremswirkung/Druckpunkt. Bei der Skorpion ist mir das noch nicht soo extrem aufgefallen, aber allein am Gewicht der Felgen läßt sich auf Grimecas High-Tec-Anspruch schließen. Die Firma bedient den Markt hauptsächlich mit günstigen OEM-Toasterteilen.(->Scooter)

Austausch halte ich für die beste Lösung.
Am besten gleich gegen 'ne 14er Pumpe von Nissin oder etwas ähnlichem vom Gebraucht/Unfallmarkt.

J.



Moin,
das mit dem Unterdruck ist mir auch noch nicht so ganz einleuchtend. Es kann zwar natürlich auch in inkompressiblen Medien Über- und Unterdrücke geben, aber das sich dadurch der Kolben 20 bis 30 mm zurückbewegt, kann ich mir nicht vorstellen.
Was ist denn z.B. beim Bremsflüssigkeitswechsel? Da kann sich kein oder nur kaum Druck in der Leitung aufbauen, da die Flüssigkeit ja abfließt, während man mit dem Bremshebel pumpt... Und da geht doch der Geberzylinderkolben auch wieder selbsttätig zurück, oder nicht???

Der Ulf



Jetzt wäre wohl Bernd Lischo gefragt, also: Hallo Bernd, hilf uns bitte. Oder Ulf, Du kontaktierst ihn direkt, seine Adresse findest Du in älteren Beiträgen.



Hallo Ulf (und alle anderen ;-))

der Kolben im Handbremszylinder ist auch federbelastet. Ich habe den Original Grimeca-Hauptbremzylinder mal zerlegt, er hat übrigens nur nen 10er Kolben, zumindest der von meiner 94er Sport.
Kannst du aber bei jeder leeren (ausgebauten) Handbremspumpe nachvollziehen.
Der Fußbremszylinder müßte sogar zwei Federn haben, eine im Zylinder und die Feder am Fußbremshebel, da die interne nicht stark genug sein dürfte den Fußbremshebel in die Nullstellung zu bringen.
@Mike : Ist der hebel verstellbar ? Ich hab vorgestern einen mit ner Tour getroffen (Hans aus DO) , der hatte ne Verstellschraube, allerdings auch ne andere Pumpe.
Wenn das der Fall ist und die so stark vorgespannt ist, daß die Bohrung zum Ausgleichsbehälter nur minimal freigegeben wird, könnte es sein daß bei Erwärmung (Ausdehnung) des ganzen Systems...
SuperMono-Gruß




Also den Fußbremszylinder habe ich ja zerlegt und darin keinerlei Feder gefunden... Und die Feder an der Bremshebellagerung kann den Kolben nicht zurückziehen, da der Hebel ja nur auf dem Kolben aufliegt und nicht mit ihm verbunden ist und somit keine Zugkräfte übertragen kann...

Ach ja, noch was: An der Bremszange bleiben noch der Demontage zwei Inbusschrauben, die wohl die beiden Gehäusehälften zusammenhalten. Kann man diese zur weiteren Zerlegung lösen oder zerstört man damit die dauerhafte Dichtung des Gehäuses?

Der zunehmendverwirrte Ulf



Halt, ich nehm alles zurück! Naja, zumindest fast alles:
Im Geberzylinder sitzt doch eine Feder! Aber irgendwie scheint deren Kraft bei meiner Bremse nicht mehr auszureichen, um den Kolben zurückzudrücken...
Ob es da wohl einen Dichtsatz zur Reparatur gibt? Ich sehe da ziemlich schwarz bei MZ...

Gibt es andere Hersteller, die die gleiche Bremse verwenden? Dann würd ich es erstmal über die probieren als über den MuZ-Händler meines Misstrauens!

Der jetztnichtmehrganzsoverwirrteabertrotzdemnochratlose Ulf



Einen Dichtsatz wird es bestimmt geben. Zumindest vorne habe ich auch schon mal einen getauscht.
Die Zange kannst Du (mittels der zwei Inbusschrauben) bedenkenlos zerlegen. In der Regel gibst nur eine Bohrung welche beide Zylinderseiten miteinander verbindet. Diese ist durch einen O-Ring abgedichtet, der dann allerdings erneuert werden sollte.
Um die Kolben aus den Zylindern zu bekommen, umwickelst Du den Sattel im Bereich der Kolben locker mit viel Lappen. Dann in die Bohrung mit Druckluft blasen. Die Kolben kommen dann mit einem ziemlich lauten Knall aus den Zylindern. Damit ihnen und Dir nix passiert bremsen die Lappen sie ab.
Dann Kolben und Zylinderlaufbahn auf Beschädigungen prüfen, neue Dichtungen montieren und mit Bremsmontagepaste wieder einsetzen.

DAS IST KEINE ANFÄNGERREPARATUR!!!!
Im Zweifelsfall zum Fachmann damit!

Da ich nach wie die Qualität der Grimeca-Bauteile für deren Fehlfunktionen verantwortlich machen würde, tät' ich die Teile
lieber komplett tauschen. Bei Neuteilen hättest Du dann schliesslich auch noch Gewährleistung, falls das Ding wieder muckt.




Alles klar,
werd mal sehen, was ich mir zutraue. Fachmann ist wohl bei solchen sicherheitsrelevanten Teilen immer am besten... Aber zur Not hätt ich ja noch ne Vorderradbremse ;o)

Vielen Dank erstmal für die Antworten zu meinem Problem.

Um nochmal was zu Mike´s Problem anzumerken:
Ich würde den Fehler doch unten im Bremssattel suchen. Das der eigentlich recht geschützt sitzende Hauptbremszylinder so fest geht, kann ich mir nicht vorstellen. Die Bremskolben haben ja eine recht große Fläche im Vergleich zu dem Kolben am Bremshebel. Dadurch ergibt sich eine Art hydraulische Übersetzung, die ja das Bremsen mit relativ wenig Kraft erst ermöglicht. Die dazu führt, das auf den Hauptbremszylinderkolben schon bei nur geringen Bewegungen der Bremskolben (durch Rauhigkeiten der Bremsscheibe etc.) eine recht hohe Kraft wirkt. Diese sollte eigentlich reichen, um den Kolben loszureisen.

Meine Meinug!
Der Ulf



Nach monatelanger Sucherei habe ich das Problem gefunden. Es war der Bremshebel. Das Mistding hat die Rücklaufbohrung nicht richtig freigegeben. Der hatte zu wenig Spiel(eigentlich kein Spiel) zwischen Kolben des Hauptbremszylinders und Betätigungsnocken des Hebels. Hab etwas Materie vom Hebel abgefeilt und siehe da , die Bremse geht wieder wie neu.
Gruß Mike

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